Feldversuch in Los Angeles
Das grüne Kalifornien startete im Jahr 2008 einen Versuch mit 500 rein elektrisch angetriebenen E-Minis. Die zweisitzigen Flitzer werden bis 152 km/h schnell, beschleunigen von 0 auf 100 km/h in 8,5 Sekunden und haben eine Reichweite von 240 Kilometern. Das reicht für den Großraum Los Angeles, wo die Testfahrer seither mit dem elektrischen Auto unterwegs sind, um das Konzept im Alltag auszuprobieren. Offensichtlich mit Erfolg, denn von den USA aus übernahmen die Bayerischen Motorenwerke den Versuch nach München, seit 2011 sind dort 15 dieser Fahrzeuge mit Mitarbeitern des Energieerzeugers E.ON unterwegs, der dafür die Stadt mit Elektrotankstellen ausrüstet. In den USA hat man sich schon länger darauf eingestellt, dem Klimawandel entgegenzusteuern, auf das Auto kann dennoch kein Amerikaner verzichten. Wenn es elektrisch betrieben wird, soll es aber sprintstark sein – für Elektromotoren kein Problem – und irgendwann auch die nötige Reichweite aufweisen. Hier kommt der Tesla Roadster ins Spiel.
Das E Auto aus dem Silicon Valley
Dort, wo man traditionell mit Risikokapital in neue Entwicklungen investiert, wurde ein Elektroauto auf die Straße gebracht, das Maßstäbe setzt, auch wenn es rein wegen der Technologie noch zu teuer ist: im Silicon Valley, dem Mekka der Computerentwickler. Hier sind auch Venturekapitalgeber zu Hause, und diese steckten seit Beginn der 2000er Jahre Millionen Dollar in die Entwicklung des Tesla Roadsters, der als vollelektrischer Sportwagen inzwischen zu haben ist. Hier wurde ein Batteriekonzept eingesetzt, das auch beim E-Mini in Los Angeles zum Einsatz kommt: Sehr viele sehr kleine, nämlich handelsübliche Lithium-Ionen-Akkus treiben das Fahrzeug an. Beim E-Mini sind es 5088 Stück, beim Tesla Roadster 6.831. Diese Akkus, ansonsten in Laptops oder Camcordern verwendet, kann man problemlos nachkaufen, denn wie lange sie das Auto antreiben und sich stets wieder aufladen lassen, ist noch nicht bekannt. Die Leistung ist zunächst sehr beeindruckend. In nur vier Sekunden sprintet der Sportwagen von 0 auf 100 km/h, dabei verbraucht er das Äquivalent von 2 Litern Benzin auf 100 Kilometer. Für Elektroautos ist das schon wieder viel (sonst: etwa 0,7 bis 0,9 Liter), gegenüber einem kraftstoffbetriebenen Sportwagen ist es so gut wie nichts. Der größte Pluspunkt jedoch ist die Reichweite des Roadsters: Denn er bringt es auf sagenhafte 350 Kilometer, und das ist für ein Elektroauto so etwas wie ein Rekord.
Aber egal ob Elektroauto oder nicht, eine KFZ-Verischerung braucht man als Fahrer trotzdem.